Ästhetische Konsumgütervielfalt: Design, Kunst, food, urban, audio, style
Samstag, den 2. Dezember 2006 12:02 Uhr

comic art: dead or alive?

Gewaltverherrlichend, judendgefährdend oder schlicht verblödend waren die Attribute, die Comics lange Zeit zuschrieben wurden. Zu lange. Die Diskussion began schon vor dem 1. Juni 1938 - dem Tag an dem Superman das Cover von “Action Comics” zierte. Mit zunehmender Verbreitung des Fernsehens ebbte die öffentliche Aufregung dann langsam ab: man hatte einen neuen Sündenbock gefunden. Comics waren tot und wurden nur noch von wenigen Anhängern in Szenevierteln vertrieben. Mittlerweile lösen Computerspiele die Comic-Helden als gesellschaftliche Übeltäter in aktuellen Debatten ab (z.B. hier).
Während wir noch sehnsüchtig auf die PS3 warten, erleben Comics ihr come-back - als Kunstwerke. Wer möchte nicht einen vor Energie strotzenden X-Men durch seine Loftwand explodieren sehen? Am besten als Original, je nach Geschmack in pen & inc oder nachcoloriert. Während die optische Anmutung der einschlägigen Internetbezugsquellen wie The Artist’s Choice oder Vault Auctions den Betrachter erschaudern lassen, erreichen die schwarzweißen Splash- oder Coverzeichnungen den Zenit ästhetischer Kraftausstrahlung. BANG! BOOM! AND POW!
Comic ist aus der Kunst nicht mehr wegzudenken. Comic is art - and very much alive. Wir warten auf den Zeitpunkt, an dem es Computerspielen ebenso ergeht. Bis dahin lesen wir mit geduldiger Gewissheit gelatonetti - das Blog von Jim Lee, einem wahren Meister seiner Zunft.

(hubs)

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